Der Lusen

Nach vielen Blicken aus unseren Fenster

hinüber zu dem wohl gefürchtesten Vorhaben unseres Urlaubs

war es am Morgen des 31.August 2011 dann soweit:

Der Lusen

Wir haben uns zu Hause im Internet schon informiert und hatten gehörigen

Respekt vor der Himmelsleiter mit ihren 500 Granitstufen und dem mit großen

Granitblöcken übersäten Gipfel.

Der Blick vom Fenster aus mit dem Fernglas bestätigte was wir im Internet

schon gesehen hatten.

Unser Wirt Dietmar hat grinsend gesagt:

Den Lusen müßt ihr schon noch machen.

Er meinte ihr könnt ja den "Rentnerweg" nehmen,

das ist der Winterweg, ein geschotterter Weg, der zum Lusenschutzhaus nur wenige

Meter unterhalb des Gipfels führt. Aber dann hätten wir die Himmelsleiter nicht

gehen können, außer von oben nach unten.

Wir können nur davon abraten diese Tortour auf sich zu nehmen.

Die Leute die uns am Aufstieg entgegen kamen sahen alles andere als glücklich aus.

Ich hatte schon meine Bedenken ob mein "Senior-Frauchen" das packt denn der

Rachel zwei Tage vorher hatte ihr ganz schön zugesetzt.

Aber den "Rentnerweg" wollte sie sich von Dietmar nicht vorwerfen lassen.

Den Gefallen wollte sie ihm auf keinen Fall tun.

Also versuchte sie das erste mal mit Nortic-Stöcken zu laufen.

"Stockente"

Mit gemischten Gefühlen fuhren wir nach dem wir ordentlich gefrühstückt hatten

sehr früh nach Spiegelau von wo aus die Busse zu den Ausflugszielen fahren.

Wir hatten einige Pausen eingerechnet

Weil wir den Sommerweg über die Himmelsleiter gehen wollten fuhren wir mit dem

Bus nach Waldhäuser, eine kleine Siedlung in der Nähe des Lusen,

wo der Weg beginnt in Richtung Lusen.

Wir begannen mit dem Aufstieg auf einem guten geschotterten Wanderweg.

Nach etwa 500 Metern bemerkte meine Nena welche Schuhe sie an hatte.



Luis Trenker hat sich in diesem Moment im Grab umgedreht.


Aber wer mein Herrchen kennt weiß dass es nun kein Zurück mehr gibt.

Der Weg ging fast gerade den Berg hinauf und wurde langsam immer steiler

und nahm einfach kein Ende.

Man sah weit oben, ganz klein, andere Wanderer aber kein Ende.

Immer weiter hinauf.

Es war ein richtig schöner Sommertag und wir kamen langsam

aber sicher ins Schwitzen und der Weg nahm einfach kein Ende.

Die Temperatur unserer "Stockente" ist auch leicht im roten Bereich.

Aber sie hält sich noch gut.

Sie meckert noch nicht !

Durst!

Also erste Pause im Schatten.

Wir hatten Bilder von der "Arche" gesehen.

Eine riesige hölzerne Hand die ein grünes gläsernes Schiff hält.

Zu der müssten wir eigendlich bald kommen wenn wir den

Wegweisern folgen und Richtung Himmelsleiter gehen.

Aber es ist nichts davon zu sehen und es geht immer noch geradeaus

den Berg hoch.

Plötzlich standen wir vor ihr und haben nicht schlecht gestaunt,

so ein riesen Ding hier oben zu sehen.

Sie lag an einer Weggabelung an der wir den rechten Weg in Richtung

Lusengipfel nehmen mussten.

Aber erst eine kleine Pause und das Ding einmal genauer ansehen.


Dieses Bild vom Transport der Hand haben wir im Web gefunden


Unsere "Stockende" hatte sich seltsamerweise wieder erholt.

Ihr Gesicht schon leicht rot von der Sonne.

Aber sie lachte.

Unheimlich.

Sie meckert nicht.

Noch nicht.

Die Stöcke sind scheinbar nicht schlecht.






Und weiter gehts in Richtung Gipfel.

Immer noch geradeaus.

Immer noch kein Ende in Sicht.

Auf einmal waren die anderen Wanderer die vor uns liefen verschwunden.

Wir liefen noch ein Stück und dann sahen wir es:

Das Gipfelkreuz des Lusen.


Wir mussten noch ein Stück den Schotterweg hinauf und dann

waren wir auf einer Hochebene.

Dann sahen wir auf was wir uns eingelassen hatten.

Der Lusen !

Jetzt sahen wir auch die Himmelsleiter als einen dünnen Strich

der sich bis zu dem Geröllfeld auf dem das Gipfelkreuz steht zieht.


Wir sehen jetzt den " Totwald ".


Im ersten Augenblick glaubt man auf einem anderen Planeten zu sein aber wenn

man sich umsieht bemerkt man wieviel junger Wald inzwischen nachgewachsen ist.


Der Weg über diese Ebene geht leicht bergab, ein richtig schöner Wanderweg.

Nena und ich legen jetzt ein richtig flottes Tempo vor.

Der Weg macht schon mehr Spass.


Hin und wieder müssen wir auf unsere Senioren warten.

Wir rätseln immer noch was wohl unsere " Stockente " heute zum Frühstück zu

sich genommen hat da sie immer noch grinst und immer noch nicht meckert.

Rätselhaft die Angelegenheit.

Die Laune ist prächtig obwohl der Weg in Richtung Himmelsleiter sich auch

ganz schön zieht, was aber nichts ausmacht weil es hier so viel zu sehen gibt.

Jetzt kann man schon die Stufen der Himmelsleiter erkennen an deren

Fuß sich ein kleiner Stau bildet.


Die einen überlegen ob sie da wirklich hoch wollen

oder die letzte Möglichkeit zur Umkehr nutzen.

Manche machen auch erst mal eine Rast bevor sie die Leiter

und das folgende Geröllfeld in Angriff nehmen.

Wir sind jedoch noch ein ganzes Stück entfernt und machen

uns darüber noch keine Gedanken.

Wir liegen gut im Zeitplan und lassen es gemütlicher angehen.

Nena - Der Berg ruft !


Einige Wanderer ziehen an uns vorbei und schauen mich mitleidsvoll an,

andere bleiben stehen und unterhalten sich kurz mit uns.

Manche meinen der " Kleine " schafft das aber nicht da hoch.

Die kennen mich nicht.

Ein Jack Russel schafft alles - wenn er will !

Meine " Stockente " und mein Herrchen sind sich einig:

Jetzt sind wir bis hier her gekommen und wollen zum Gipfelkreuz.

Dietmar zuliebe.

Nach einer kleinen Pause nehmen wir die Himmelsleiter in Angriff.

Nena und ich legten wieder ein flottes Tempo hin,

wenn sie etwas schwächelte zog ich wieder an der Leine.

Es macht richtig Spass und wir kommen schnell voran.

Immer wieder warten wir auf unsere Senioren.

Herrchen hilft unserer " Stockende " wenn es nötig ist

und fotografiert auf Teufel komm raus.


Jetzt wird`ernst!

Der Einstieg in die Himmelsleiter beginnt.

Wir machen den schnelleren gerne Platz.

Unsere Stockente mit massiven Einsatz.

Ein Blick zurück auf die Hochebene

Man sieht wie wieder neuer Wald entsteht.

Gegenverkehr von oben durch lassen und weiter nach oben

Ob unsere zwei "alten" das schaffen ?

Das Grün zwischen den Stufen ist weg.

Jetzt kommt nur noch Granit und es wird steiler.

Was hat unser Wirt Dietmar ihr versprochen ?

Weiter oben bei mir und Nena ist es jetzt schon richtig steil.

Ich bin richtig gut drauf.

Der Berg ruft - und ich komme !

Voller Einsatz !

Mal sehen was die Doping Probe ergibt.

Sie meckert immer noch nicht !


Von ganz da hinten sind wir gekommen

Was machst du unterwegs ?

Geht`s net schneller ?

Lässt dem Dietmar sein Elexir nach ?



Wir kommen gut voran und sind schon weit oben.

Man sieht jetzt wie groß die Hochebene ist die wir durchquert haben.

Die Aussicht ist herrlich.


 

Der Weg ist wieder etwas flacher geworden.

Beim Blick nach unten sieht man das steile Stück nicht,

so steil gehts da rauf.

Und so sieht`s nach oben aus.

Da will ich hin.

Oh verdammt.

Jetzt wird`s ernst.

Bei Nena und mir sind plötzlich keine Bäume mehr.

Dafür haben wir einen ganz anderen Anblick:

Meine Nena hat im Augenblick eine

" Erscheinung "

Merkst was Madl ?

Nur noch 300 Meter über das Geröllfeld und du bist oben.

? Damit ?

Jetzt gibt es kein zurück mehr

Das Gipfelkreuz vor Augen

Jetzt bremst uns nichts mehr

Unsere Stockente kann es nicht fassen:

Wie komm ich da blos hoch ?



Sie fackelt nicht lang und der Gipfelsturm beginnt !

Rückblick

Das haben wir geschafft


Nena, ich sag dir da ist was faul.

Vielleicht hat sie ja auch nur nicht mehr

genug Luft zum meckern ?


Die Sieger


Geschafft

Über uns nur noch der Himmel

Der " Kleine "

am

Gipfelkreuz



Einige Wanderer haben uns unten an der Himmelsleiter

gesehen und manche haben uns auf den Stufen überholt

einige waren der Meinung dass ich das nicht schaffe.

Jetzt bin ich da !

Nena auch

Einige riefen als sie mich oben sahen:

schaut mal der kleine hat es geschafft und freuten sich.

Aber auch unsere Senioren haben es bis zum Gipfel

geschafft ohne Probleme !

Unsere " Stockente " hat es geschaft

ohne Probleme

und ohne

meckern

Jetzt erst den Ausblick genießen

Wir sehen die Alpen und weit hinein nach Böhmen

Wir haben traumhaftes Wetter


Die drei Bezwinger

am Gipfelkreuz

Jetzt machen wir uns auf den Abstieg zur Lusenhütte

und freuen auf eine Tasse Kaffee

Aber erst mal runter kommen

Ausblick hinüber zum Rachel


Oh Weh

Bergab macht unsere "Stockente" keine gute Figur


Sie hat es geschafft

Jetzt gehts ab zur Lusenhütte

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen.

Wir fanden einen freien Platz an einem Tisch an dem

ein älteres Ehepaar saß.

Wir kamen gleich ins Gespräch mit ihnen da ich meinen

Charm wieder einsetzen mußte um einen Sitzplatz auf der

Bank und nicht unter dem Tisch zu bekommen.

Sie waren den Rentnerweg bis zur Hütte gewandert

und wollten noch zum Wildgehege.

Sie waren aus München und richtig lustig.

Wir sagten ihnen dass wir die Himmelsleiter hinauf sind

und auf dem Lusengipfel waren.

Der Mann sagte dass sie das, als sie noch jünger

waren auch öfter gemacht haben.

Er meinte die Himmelsleiter sollte eigentlich

" Schwiegermutterleiter "

heißen.

Lachend sagte er, man braucht wenn man sie "los" haben

will nicht mal schupsen - antippen reicht.

Gemeinsam gingen wir dann den "Winterweg" hinunter.

Sie legen ganz flott los.

Auf zum Wildgehege.

Da waren wir gestern.

Die Verwandlung zur Stockente

Wir wissen immer noch nicht was sie heute hat...

Kein Gemecker

und

immer noch volle Leistung


Es geht wieder Richtung Parkplatz

aber das dauert noch


Der neue Wald entsteht


Mit viel Glück überwuchert die neue Natur die alte.


Noch eine kleine Pause.

Es ist inzwischen sehr warm geworden und der

Schatten tut mir gut.


Frau "Stockente" startet zum Endspurt !!!

Man beachte ihren Gesichtsausdruck.

Da müssen wir mal mit Dietmar reden wenn wir wieder

auf dem Wildererhof sind.


Hier wächst wild was wir daheim für

den Garten kaufen müßen.

Die Himbeere hab ich übrigens von Herrchen bekommen.


Hier sind wir schon kurz vor dem Startort unserer Lusentour.


Mit dem "Igelbus" zurück nach Spiegelau


Jetzt werd ich etwas müde.


So schlafen Lusenbezwinger.

Ruhig und zufrieden.


Während der Fahrt zurück nach Spiegelau

werd ich ein wenig " Augenpflege " machen,

von dort aus fahren wir dann mit unserem Auto noch

die paar Kilometer zurück auf den Wildererhof.

Der Dietmar wird staunen wenn wir ihm die Bilder zeigen

und er sieht, dass wir die Himmelsleiter hinauf sind.

Das mit der "gedopten" Stockente konnten wir nicht zu 100 % klären.

Angeblich soll die Vorfreude über das

Wildererhof Schnitzel die Lösung sein.

Vorstellbar wäre es, denn es war Super lecker.

Der Dietmar war richtig stolz auf

" MUTTI "


Schnitzel gut

Ende gut